Neue Musik - multimedial: European Bridges Ensemble
Das European Bridges Ensemble präsentiert unter der Leitung von Georg Hajdu multimediale Netzwerkkompositionen, die eigens für die Wellenfeldsyntheseanlage der TU Berlin angepasst wurden. Diese Beschallungsanlage ist die weltweit größte ihrer Art.
Das European Bridges Ensemble besteht aus fünf Spielern, einem Video-Künstler und einem Dirigenten, die über die Software Quintet.net vernetzt werden. Diese Software erlaubt weltumspannende, aber auch lokale Konzertereignisse.
Zu dem Konzert "ohrenstrand.net in der TU Berlin Neue Musik - Multimedi-al: European Bridges Ensemble" und einer anschließenden Podiumsdiskussion möchten wir Sie herzlich einladen. Der Eintritt ist frei.
Konzert mit anschließender Podiumsdiskussion Zeit: Montag, den 21. September 2009, 20.00 bis 21.30 Uhr, Podiumsdiskussion ab 21.30 Uhr
Ort: TU Berlin, Straße des 17. Juni 135, 10623 Berlin, Hörsaal H 104
Quintet.net
Quintet.net ist eine interaktive und multimediale Plattform, die Georg Hajdu erfand, um über das Internet Musik machen zu können. Das vernetzte Zusammenspiel bedarf eines Dirigenten, der die musikalischen Daten, die von den Spielern kommend in einem Server zusammenfinden, kontrolliert und gegebenenfalls noch einmal verändert. Die Spieler befinden sich auf derselben Bühne oder sind von verschiedenen Orten aus zugeschaltet. Das erste Stück, das mit Quintet.net realisiert wurde, war "Five" für fünf Spieler von John Cage (1988). Dessen Partitur verlangt, bestimmte Noten inner-halb von "Time brackets" zu spielen. http://www.quintet-net.org/
Wellenfeldsyntheseanlage mit 2700 Lautsprechern
Das Anfang der 1990er Jahre entwickelte Verfahren der akustischen Holographie ermöglicht die Synthese von Wellenfronten virtueller Schallquellen durch Lautsprecherarrays. Ein 86 Meter langes Band, bestehend aus 2700 Lautsprechern, umläuft das Auditorium im TU-Hörsaal H 104 mit seinen 650 Sitzplätzen etwa in Ohrhöhe der Zuhörer. Die Lautsprecher werden über digitale Datenleitungen durch 832 unabhängige Signale angesteuert, die ihrerseits durch ein Cluster von 16 Rechnern generiert werden. Die Software zum Betrieb des Systems wurde am Fachgebiet Audiokommuni-kation der TU Berlin entwickelt und steht unter anderem Komponisten und Klangkünstlern zur Komposition und Realisierung elektroakustischer Me-dienkunst zur Verfügung wie sie am 21. September 2009 vom European Bridges Ensemble zu hören sein wird.
Das Ensemble
Das European Bridges Ensemble (EBE) wurde gegründet, um Internetmusik und vernetzte Aufführungen spielen zu können. Das Ensemble verbindet Kulturen, Regionen, Orte, Individuen, indem es reale und virtuelle Gemeinschaften von Künstlern auf der Basis heutiger Technologien schafft. Am Konzert an der TU Berlin sind neben dem Dirigenten Georg Hajdu folgende Künstler beteiligt: Kai Niggemann (Münster), Ádám Siska (Budapest), Andrea Szigetvári (Budapest), Ivana Ognjanovic (Hamburg/Belgrad) und der Videokünstler Stewart Collinson (Lincoln, England). Johannes Kretz aus Wien wird von dort live zugeschaltet.
Biographie von Georg Hajdu, Leiter des European Bridges Ensemble
Georg Hajdu, geboren 1960 in Göttingen, gehört zu den ersten Komponisten seiner Generation, die sich systematisch der Verbindung von Musik, Naturwissenschaft und Informatik verschrieben haben. Nach Studien in Köln und am Zentrum für Neue Musik und Audiotechnologien in Berkeley (USA), promovierte er mit der multimedialen Oper "Der Sprung" (Libretto: Thomas Brasch). Er gründete 1996 das Ensemble "WireWorks", das sich auf die Live-Aufführung elektroakustischer Musik spezialisiert hat. Neben seinen Werken, die von namhaften Ensembles und Interpreten gespielt und mehrfach mit Preisen ausgezeichnet worden sind, schrieb er Publikationen zu verschiedenen Themen im Grenzbereich von Musik und Naturwissen-schaft. Zu seinen Interessens- und Forschungsgebieten gehören Multimedia, Mikrotonalität, algorithmische Komposition, Echtzeitinteraktion und der Einsatz von Netzwerken in der Musik. Seit 2002 ist Georg Hajdu Professor für multimediale Komposition an der Hochschule für Musik und Theater in Hamburg.
ohrenstrand.net - Berlins Netzwerk für neugieriges Hören
ohrenstrand.net gehört zu den 15 bundesweit durch das Netzwerk Neue Musik aus Mitteln der Kulturstiftung des Bundes geförderten Projekten, mit denen man der Neuen Musik in Deutschland zu mehr Gehör verhelfen möchte. Insgesamt acht Protagonisten aus den Bereichen Neue Musik, Musiktheater, Improvisation und Klangkunst versammeln sich im Berliner ohrenstrand.net: die Akademie der Künste, das Konzerthaus Berlin, die TU Berlin, das kulturradio vom rbb, das "ausland", das Kammerensemble Neue Musik Berlin, die singuhr - hoergalerie, die Zeitgenössische Oper Berlin und als Träger die Kulturprojekte Berlin. www.ohrenstrand.net
Die Podiumsdiskussion befasst sich mit dem Thema "Im Netz der Echtzeitkompositionsumgebung - technologische Referenz oder künstlerische Potenziale?" Daran nehmen teil:
Prof. Frank Böhme, Hochschule für Musik und Theater Hamburg,
Dr. Georg Hajdu, Leiter des European Bridges Ensemble,
Prof. Dr. Dieter Mersch, Universität Potsdam,
Prof. Dr. Elena Ungeheuer, TU Berlin,
Prof. Dr. Stefan Weinzierl, TU Berlin.
Das Konzert an der TU Berlin findet im Rahmen des "Culture 2007-Projekts CO-ME-DI-A" statt und präsentiert neue Kompositionen. Neue Musik - Multimedial ist ein Projekt der TU Berlin im Rahmen von ohrenstrand.net. ohrenstrand.net wird gefördert durch das Netzwerk Neue Musik, ein Förderprojekt der Kulturstiftung des Bundes, und die Kulturverwaltung des Landes Berlin.
Quelle: Pressemeldung Technische Universität Berlin
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